EUROPA! EUROPA!
GRAZ
THEATER IM BAHNHOF
TEXTMATERIAL: Der Blick des André Heller auf den Kontinent Afrika hat uns zu einem besonderen Abend inspiriert: Wir zeigen eine künstlerische Übersetzung des Vertrags von Lissabon*. Wenn die
wichtigsten Texte unseres Lebens Gesetzestexte sind, dann ist der Vertrag von Lissabon wohl der wichtigste Text Europas. Ein Text, dem das dramatische Scheitern bereits anhaftet, sollte er
ursprünglich doch ein Verfassungstext für Europa werden (s.u.)
Und vielleicht wird er in alle Zukunft ein vergeblicher Text sein. Tragisches Material also, das es verdient, gebührend in unsere Aufmerksamkeit gerückt zu werden. Kann ein Gesetzestext dramatisiert
werden? Die Unmöglichkeit interessiert uns, die Überforderung, die dem Unterfangen diesen Vertrag "aufzuführen" zugrunde liegt, der "hellersche" Gestus des Größenwahns und die Vision künstlerisch
aufklärend tätig zu sein, leitet uns. Unser Kunststück ist der Text des Vertrags. Er ist das Risiko, dem wir uns aussetzen. Eine eigene Akrobatik wird notwendig.
Künstlerische Herangehensweise: Wir spielen mit dem Prinzip "Übersetzen": Übersetzen als grundsätzlicher Vorgang des Verständlichmachens und als Quelle der Missverständnisse. Wir zeigen Formen des
Verstehenwollens.
"Wie um Himmels willen kann ich das verstehen, und wie um Himmels willen wird man mich verstehen? Gebt mir einen Übersetzer, denn auf mich möchte ich mich nicht mehr verlassen."
Das Theater im Bahnhof wird künstlerische Übersetzungen für das Publikum liefern, Behauptungen aufstellen, Annäherungen finden, und sich selbst der Prüfung unterziehen, etwas Fernes persönlich zu
machen. Die Zuschauerinnen sollen durchaus gefordert werden. Manchmal kommt es zur Überforderung, jedoch wir sind sicher: Eine Erfahrung mit Europa wird gemacht. Sie gehen garantiert klüger nach
Hause!
Illusion und Überforderung: Die ZuschauerInnen verfolgen das Geschehen auf verschiedenen Ebenen. Ein Off-Kommentator stellt den Zugang zu den SpielerInnen her, es geht um Empathie und Exotismus: Wir hören die Stimme eines Kommentators, und folgen mit unserem Augen den DarstellerInnen, die eigenwillige Formen der "Akrobatik" zeigen.
Ausstattung: Heike Barnard, Johanna Hierzegger
Musikalischer Chor: Matthias Unterkofler
Gebärde: Eva Kabas
Produktionstechnik: Moke Klengel
Sound: Moritz Wallmüller, Imre Lichtenberger-Bozoki
Technische Einrichtung: Martin Schneebacher
Regie: Helmut Köpping, Ed. Hauswirth
Dramaturgie: Rupert Lehofer
MIT: Beatrix Brunschko, Juliette Eröd, Pia Hierzegger, Gabriela Hiti, Eva Maria Hofer, Elisabeth Holzmeister, Monika Klengel, Martina Zinner, Jacob Banigan, Lorenz Kabas, Rupert Lehofer
* Der Vertrag von Lissabon (ursprünglich auch EU-Grundlagenvertrag bzw. -Reformvertrag genannt) soll der Europäischen Union eine einheitliche Struktur und Rechtspersönlichkeit geben und den
abgelehnten Vertrag über eine Verfassung für Europa (VVE) ersetzen. Beim EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober 2007 einigten sich die Staats- und Regierungschefs auf den endgültigen Vertragstext, der am
13. Dezember 2007 in Lissabon unterzeichnet wurde. Bis Ende 2008 sollte der Vertrag durch alle Mitgliedstaaten ratifiziert sein, so dass er am 1. Januar 2009 hätte in Kraft treten können. Jedoch
wurde der Reformvertrag von Irland am 12. Juni 2008 in einem Referendum abgelehnt. Während in den übrigen 26 EU-Mitgliedstaaten eine Ratifizierung des Vertrags allein durch eine (zustimmende)
Abstimmung ihrer nationalen Parlamente erfolgt, ist Irland der einzige EU-Mitgliedstaat, in dem jegliche Änderung der EU-Verträge einer Abstimmung durch ein Referendum bedarf. (Quelle Wikipedia)
EUROPE! EUROPE!
GRAZ
THEATER IM BAHNHOF
Text material: André Heller’s perspective on Africa has inspired us to a special evening. We present an artistic translation of the Treaty of Lisbon*. If legal texts are indeed the texts that have most significance for our lives, then the Treaty of Lisbon must be the most significant text in Europe. A text destined to be a dramatic failure, after all, it was intended to present a constitution for Europe (see below).
And perhaps it will forever remain a futile text. Tragic material therefore, which deserves our full attention. Can a legal text be adapted for the stage? We are interested in this impossibility, this demand that cannot be met, which lies at the heart of any attempt to “perform” this contract; we are following a "Hellerian" megalomanic approach and a vision of active enlightenment through art. The text of the contract is our high wire act. It is the risk that we expose us to. Special acrobatic skills are required for this task.
Artistic approach: we play with the principle of “translation”. Translation as a fundamental process of making information accessible and as a source of misunderstanding. We present different ways of wanting-to-understand. "How for god’s sake am I supposed to understand this, and how for god’s sake will people understand me? Get me a translator, because I no longer want to rely on my own."
The Theater im Bahnhof will present artistic translations to the audience, it will assert claims, find approaches, and put itself to the task of making strange things familiar. It is intended to challenge the audience. At times this can mean excessive demands, yet we are convinced that people will gain a new experience of Europe. The audience is guaranteed to return home with increased knowledge.
Illusion and excessive demand: the audience follows the proceedings on different levels. A commentator in the off provides access to the performers, with a focus on empathy and exoticism: we hear the voice of a commentator, and follow the performers, who present unique forms of “acrobatics”, with our eyes.
Production Design: Heike Barnard, Johanna Hierzegger
Musical Choir: Matthias Unterkofler
Gestures: Eva Kabas
Production Engineer: Moke Klengel
Sound: Moritz Wallmüller, Imre Lichtenberger-Bozoki
Stage Engineer: Martin Schneebacher
Director: Helmut Köpping, Ed. Hauswirth
Dramaturge: Rupert Lehofer
Cast: Beatrix Brunschko, Juliette Eröd, Pia Hierzegger, Gabriela Hiti, Eva Maria Hofer, Elisabeth Holzmeister, Monika Klengel, Martina Zinner, Jacob Banigan, Lorenz Kabas, Rupert Lehofer
* The Treaty of Lisbon (previously known as the Reform Treaty) is designed to establish a unified structure and legal entity for the European Union and to replace the rejected Treaty establishing a Constitution for Europe (TCE). At the EU summit from 18 - 19 October 2007 the heads of state agreed on the final text of the Treaty, which was signed in Lisbon on 13 December 2007. The Treaty was supposed to be ratified by all member states until the end of 2008, so that it would have come into effect on 1 January 2009. However, the Reform Treaty was rejected in a referendum in Ireland on 12 June 2008. While the other 26 EU member states only require a (positive) vote by their national parliament to ratify the Treaty, Ireland is the only EU member state where any change of EU treaties requires a referendum. (Source: Wikipedia)
Die Bildergalerie benötigt mindestens Flash-Version 9.0.28!
Bitte installieren Sie den aktuellen FlashPlayer.
Fotos: JOHANNES GELLNER
